Sit and Go Poker Strategie frühe Phase

Dies ist der erste Teil einer Serie von Artikeln, die sich der optimalen Spielweise, der Strategie bei Sit and Go Pokerturnieren, widmet.

Die meisten Pokeranbieter haben 10 Mann-Sit and Go’s im Angebot, bei denen das Preisgeld wie folgt verteilt ist:

1. Platz: 50% des Preisgeldes

2. Platz: 30% des Preisgeldes

3. Platz: 20% des Preisgeldes

4. – 10. Platz: Kein Preisgeld

Ein SnG-Turnier, wie auch Double or Nothing oder Multi Table Turniere, zeichnet sich dadurch aus, dass mit fortschreitendem Spielverlauf die Blinds steigen und immer weniger Spieler am Tisch verbleiben. Entsprechend ist im Gegensatz zu Cash Games die optimale Strategie anders und es macht Sinn, die Strategie beim Turnierpoker für die einzelnen Phasen differenziert zu beschreiben. Wir definieren die frühe, mittlere und späte Phase wie folgt:

Frühe Phase: Durchschnittlicher Stack beträgt 25 Big Blinds oder mehr (weiteres Merkmales: Meistens noch 7 oder mehr Spieler im SnG übrig)

Mittlere Phase: Durchschnittlicher Stack beträgt 15-25 Big Blinds (weiteres Merkmal: Meistens noch 6 bis 9 Spieler im SnG übrig)

Späte Phase: Durchschnittlicher Stack beträgt weniger als 15 Big Blinds (weiters Merkmal: Meistens 6 oder weniger Spieler im SnG übrig)

Wir beschreiben in diesem Strategie-Artikel die Strategie für Sit and Go’s in der frühen Phase, wo also der durchschnittliche Stack 25 oder mehr Big Blinds beträgt (z.B. 1‘500 Chips bei Blinds von 20/40).

 

SnG Strategie frühe Phase

Independent Chip Model ICM: Gewonnene Chips sind weniger wert als verlorene Chips

Bei Pokerturnieren spielt man um Chips (und nicht wie bei Cash Games direkt um Geld). Am Anfang eines Sit and Go’s ist es einfach, die Anzahl Chips in einen Dollar-Wert umzurechnen. Besitzen alle Spieler vor dem Austeilen der ersten Hand 1500 Chips und beträgt das gesamte Preisgeld 100$, dann hat jeder Spieler einen rechnerischen Anteil von 10$ am Preisgeld. Der $EV von 1500 Chips beträgt 10$. Mit fortschreitendem Spielverlauf ist der Zusammenhang zwischen Chips-Erwartungswert (cEV) und Dollar-Erwartungswert ($EV) allerdings nicht mehr linear. Hier muss man ein mathematisches Modell zu Hilfe nehmen, das Independent Chip Model (ICM). Ohne jetzt im Detail auf ICM einzugehen ist es für das weitere Verständnis der SnG-Strategie enorm wichtig, dass man versteht, dass gewonnene Chips weniger wert sind als verlorene Chips. Wenn man also beispielsweise einen All-In Coinflip in der ersten Runde eines 10$ Sit and Go’s gewinnt und seine Anzahl Chips verdoppelt, dann hat sich der $EV nicht auf 20$ verdoppelt. Er erhöht sich gemäss dem ICM-Modell nur auf 18.44$. Profiteure sind die übrigen 8 Spieler, die dank dem Ausscheiden eines Spielers leicht an Equity zugelegt haben – dies, obwohl sie selbst nicht in der Hand beteiligt waren.

Es ist enorm wichtig, diesen Zusammenhang zu verstehen. Wer dies noch nicht ganz nachvollziehen kann, der überlege sich folgendes: Am Anfang eines 10$ Sit and Go‘s haben alle Spieler 1500 Chips und einen theoretischen Anteil von 10$ am Preisgeld. 15‘000 Chips sind also 100$ wert. Am Ende des SnG’s, wenn ein Spieler alle 15‘000 Chips besitzt, erhält er 50$ ausbezahlt. Der Wert der Chips hat sich also halbiert (weil der Zweitplatzierte und der Drittplatzierte 30$ plus 20$ Preisgeld erhalten haben).

 

Bedeutung ICM für Sit and Go-Spieler: Tight spielen

Der sinkende Grenznutzen von zusätzlichen Chips bedeutet für SnG-Spieler nichts anderes, als dass sie Risiken aus dem Weg gehen sollen und auf keinen Fall 50-50% Calls machen sollen. Mit jedem Spieler, der ausscheidet, steigt die eigene Equity an, ohne dass man etwas dafür tun musste. In der frühen Phase muss die SnG-Strategie also lauten: Möglichst wenige Hände spielen, „tight is right!“.

 

Strategie spielbare Hände frühe Phase Sit and Go

Die meisten Anfänger bei Sit and Go’s machen denn Fehler, dass sie zu viele Starhände spielen. Die Überlegung ist: Die Blinds sind ja noch tief, da kann ich mir einen Flop günstig anschauen. Leider begibt man sich mit einer solchen Strategie meistens in marginale Situationen, bei denen man in mehr als 50% der Fälle Chips verliert. Und wie wir ja wissen, „schmerzen“ uns verlorene Chips deutlich stärker, als uns gewonnene Chips „gut tun“. Kritische Hände sind beispielsweise Ass-Bube und Ass-Dame: Die Wahrscheinlichkeit gegen mehrere Gegner ist gross, dass man – selbst bei einem gefloppten Ass – hinten liegt (gegen Ass-König, oder gegen König-x auf einem K-high Board, plus gegen alle Hände die stärker als ein Paar sind).

Enorm wichtig sind nebst der Stärke der eigenen Hole Cards die Position und die Aktionen, die vor einem durchgeführt wurden. Je später die eigene Position am Pokertisch, desto grösser ist die Gewinnwahrscheinlichkeit, weil man über mehr Informationen als die vorhergehenden Spieler verfügt. Entsprechend kann man in mittlerer oder später Position (also näher am Button) in einem Turnier mehr Hände spielen als in früher Position.

Strategie AA und KK

Mit Assen oder Königen versuchen wir, möglichst alle unsere Chips möglichst schon vor dem Flop in die Mitte zu schieben

  • Sind wir in first-in, machen wir einen Standard-Raise von 3-4 Big Blinds
  • Wurde vor uns gelimpt, dann erhöhen wir etwas stärker (1 BB zusätzlich pro Limper)
  • Wurde vor uns gesetzt, dann erhöhen wir weiter (2/3 Pot-Size bis Pot-Size)

Strategie QQ, JJ und AK

Die nächststärkeren und gut spielbaren Blätter sind Damen, Buben und Ass-König. Wir spielen sie wie folgt:

  • Sind wir in first-in, machen wir einen Standard-Raise von 3-4 Big Blinds
  • Wurde vor uns gelimpt, dann erhöhen wir etwas stärker (1 BB zusätzlich pro Limper)
  • Wurde vor uns gesetzt, dann können wir entweder Callen oder re-raisen. Dies ist abhängig von der Position und der Einschätzung des Gegners. In früher/mittlerer Position sollten wir eher defensiv spielen, d.h. nur callen. Gleiches gilt, wenn der Gegner sehr tight ist – in diesem Fall wäre auch ein Fold von AK oder JJ kein Fehler

Die drei Hole Card-Kombinationen sind auch nach dem Post-Flop einfach spielbar: Halten wir das höchstmögliche Paar, dann sind wir bereit, alle unsere Chips reinzuschieben. Halten wir nicht das höchstmögliche Paar (z.B. QQ und auf dem Flop kommt ein Ass), dann geben wir die Hand nach spätestens einer Continuation Bet (einer ½ Pot-Size Bet, wenn zu uns gecheckt wird) auf und investieren keine weiteren Chips mehr.

Strategie AQ, AJ

Bei Ass-Dame und Ass-Bube haben wir das Problem, dass wir nie wissen, ob wir vorne liegen, wenn wir ein Paar am Flop treffen. Es ist deswegen kein Fehler, in der frühen Phase eines Sit and Go’s diese Hände in früher/mittlerer Position oder bei einer Bet einfach zu folden. In später Position kann man first-in erhöhen mit dem Ziel, die (noch sehr niedrigen) Blinds zu stehlen.

Strategie Paare tiefer als JJ (22 bis TT)

Mit tiefen und mittleren Pocket Pairs kann man versuchen, auf Set Value zu spielen. Das Ziel ist, den Flop günstig zu sehen zu bekommen und zu verdoppeln, wenn man sein Set trifft. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Taschenpaar keinen Drilling zu floppen, beträgt 48/50 x 47/49 x 46/48 = 88.2%. Das bedeutet, dass man nur in 11.8% der Fälle – etwa jedes achte oder neunte Mal, das Set trifft. Berücksichtigt man, dass man nicht immer mit einem Set den Showdown gewinnt, dann hat man eine rund 10prozentige Wahrscheinlichkeit, ein Set am Flop zu treffen und die Hand auch zu gewinnen. Folglich darf man nur bei tiefen Blinds auf Set Value spielen. Dazu gibt es eine einfache Regel: Die 5-10-Regel. Wenn man weniger als 5% seines Stacks zum Ansehen des Flops bezahlt, kann man mit einem Pocket Pair mitgehen. Wenn man mehr als 10% seines Stacks bezahlen müsste, dann soll man folden. Und wenn der Prozentsatz zwischen 5 und 10% liegt, dann ist es eine Frage der Abwägung. Wir empfehlen, zusätzlich die Position zu beachten. Man kann eher 7% seiner Chips in später Position investieren, als 5% in früher Position: Wird man in früher Position geraist, dann muss man sein Pocket Pair folden und hat seine Chips verloren. Die Wahrscheinlichkeit dazu in später Position ist wesentlich geringer.

Bei Sit and Go’s gibt es nach dem Flop eine sehr einfache Regel, wie man mit tiefen und mittleren Pocket Pairs fortfahren soll: „No Set, no Bet!“. Das heisst, dass wenn wir kein Set gemacht haben, investieren wir keine Chips mehr mit dem tiefen Taschenpaar.

Strategie spekulative Hände (Suited Connectors)

Spekulative Hände sind Hole Cards, die schwach sind, aber bei einem günstigen Flop ein Top-Blatt werden können. Dazu gehören suited Hände mit der Chance auf ein Flush (gleichfarbige Karten wie z.B. Ass-Sieben in Herz), Connectors mit der Chance auf eine Strasse (z.B. 7-6, Dame-Bube) und suited Connectors (z.B. Zehn-Neun suited). Diese Hände sind nach dem Flop schwieriger zu spielen als Pocket Pairs: Meistens trifft man den Flop nicht oder nur teilweise. Man hat z.B. nur einen Straight Draw (8 Outs) oder einen Flush Draw (9 Outs). Oder man trifft Top Pair (z.B. mit JT einen J-8-3 Flop). Hier wird das Pokern anspruchsvoll. Es ist bei schnellen Turnieren wie SnG’s meistens nicht lohnenswert, mit solchen Draws noch weiter Chips zu investieren. Und die Berücksichtigung von Pot Odds reicht nicht: Wir dürfen nicht vergessen, dass gewonnene Chips weniger wert sind als verlorene Chips.

Wir empfehlen deswegen, schwierigen Situationen aus dem Weg zu gehen. Am besten spielt man spekulative Hände nur aus später Position in einem unraised Pot (je mehr Limper, desto besser) sowie aus dem Small und Big Blind (auch nur in einem unraised Pot). Wenn man mehr als 1/20 seiner Chips, also 5%, investieren muss, um den Flop anzuschauen, sollte man folden.

 

Zusammenfassung SnG Strategie frühe Phase

In der frühen Phase eines Sit and Go’s (oder Double or Nothing), solange die Stacks noch 25 und mehr Big Blinds betragen, sollte man sehr tight spielen. Es geht nicht darum, Risiken einzugehen, um Chips zu gewinnen, sondern darum, Risiken aus dem Weg zu gehen und seinen Chip-Bestand zu erhalten, um in späteren Phasen des Turniers noch Druck auf die Gegner ausüben zu können. Beschränkt man sich auf AA, KK, QQ, JJ und AK, dann wird man nur 3.0% der Hände ausserhalb der Blinds spielen. Fügt man in unraised Pots noch tiefe Paare und suited Connectors hinzu, dann wird man dennoch kaum 10% seiner Hände spielen. Das mag für manchen Spieler nach zu wenig tönen, ist es aber nicht. Erfolgreiche Spieler spielen in der frühen Phase enorm tight. Und wem das Spiel so zu langweilig wird, der kann ja weitere Tische hinzufügen oder anstelle von regular SnG’s die schnelleren Varianten (Speed oder Turbo) spielen.

 

Tipp für Sit and Go-Spieler

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