ICM: Vergleich Bubble (Push or Fold) von SnG und DoN

Wir beschreiben in diesem Strategie-Artikel, wie komplett unterschiedlich an der Bubble bei Sit and Go’s und bei Double or Nothing-Turnieren die optimale Spielweise in der „Push or Fold“-Phase ist. Wer sich noch nicht mit dem Independent Chip Model(ICM) befasst hat, für den werden die Resultate möglicherweise erstaunlich sein. Dazu schauen wir uns zwei typische Situationen an der Bubble an. Zur besseren Vergleichbarkeit der Resultate haben alle verbleibenden Spieler einen gleich grossen Stack (3000 Chips für die vier SnG-Spieler und 2000 Chips für die sechs DoN-Spieler) und die Blinds sind bei 200/400. Bei den verbleibenden SnG-Spielern hat jeder eine Equity von 25.0%, und bei den DoN-Spielern beträgt die Equity je Spieler 16.667%:

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Die Equity sowohl bei den Sit and Go wie auch bei den Double or Nothing Teilnehmer lässt sich übrigens in diesem Fall (mit gleich grossen Stacks) sehr einfach auch ohne ICM Nash Rechner im Kopf berechnen: Einfach den Preispool (100%) durch die Anzahl Spieler dividieren.

Erstaunlich sind die Abweichungen zwischen SnG und DoN, wenn man sich die Position des Buttons anschaut. Beim SnG sollte der Button first in 41.5% seiner Hände pushen (22+ Ax+ K2s+ K8o+ K6o Q2s+ Q9o+ J4s+ J9o+ T7s+ T9o 97s+ 87s). Der BB darf in diesem Fall mit 18.4% der Hände (55+ A4s+ A7o+ K9s+ KTo+ QTs+) callen. Beim DoN sollte der Button 100% seiner Hände pushen, der BB aber nur mit 1.8% der Hände (JJ, QQ, KK und AA) callen. Dies gilt, wenn die beiden Spieler optimal nach Nash spielen. In der Praxis kann es sein, dass man Anpassungen machen muss: Beim SnG darf der BTN noch mehr pushen, wenn er davon ausgeht, dass der SB und der BB tighter als nach Nash callen. Wenn einer der Blinds looser callt, dann muss der Button tighter pushen. Beim DoN ist es so, dass wenn der BTN deutlich weniger als 100% der Hände pusht, der BB tighter callen muss und je nachdem auch JJ oder QQ folden sollte. Und wenn der BTN weiss, dass der BB mit Any Two Cards callt (z.B. weil er unbedingt das Spiel beenden muss), dann darf er selbst nur noch KK oder AA pushen.

Dieser grosse Unterschied zwischen optimalem Spielverhalten bei DoN’s im Vergleich zu SnG’s bedeutet, dass sich DoN-Spieler, die früher SnG’s spielten, massiv anpassen müssen. Man sollte bei DoN’s viel häufiger All-In gehen, darf aber selbst kaum noch Pushes callen.

Das Problem, richtig zu adapten (sich anzupassen), haben viele Spieler: Gerade für Anfänger ist sind „gute Karten“ eine absolute Bezeichnung: Ass-König suited wird immer als stark eingeschätzt. Berücksichtigt man aber die Unterschiede zwischen cEV (Chip EV) und $EV, dann verändert sich der relative Wert der Karten massiv: Plötzlich sollte man selbst mit 72o pushen, während Ass-König ein klarer Fold wird. Da sich nicht alle Spieler, gerade auf unteren Limits, richtig anpassen, bedeutet dies, dass man selbst nicht nach Nash spielen kann, sondern bei DoNs an der Bubble

  • In der Regel seltener pushen sollte (da man häufiger gecallt wird)
  • In der Regel noch seltener callen sollte (da die Gegner zu wenig pushen)

Werfen wir noch einen Blick auf die Resultate (die mit ICM berechnete Equity der Chips), falls bei den beiden Turnieren der Push gecallt wird und einer der beiden Spieler auscheidet:

Resultate ICM Nash Rechnung SnG und DoN an der Bubble

Sit and Go – SnG

Beim SnG erhöht sich die Equity des Gewinners von 25.0% auf 38.3%. Da die Equity des Gewinners um 53% steigt, darf der BB nur Chancen von 1:1.53 und besser eingehen, er muss also gegen die gegnerische Range rund 65% der Konfrontationen gewinnen, um profitabel callen zu können.

Double or Nothing – DoN

Beim DoN erhöht sich die Equity des Gewinners von 16.7% auf 20.0%. Da die Equity des Gewinners nur um 20% steigt, darf der BB nur Chancen von 1:1.2 und besser eingehen, er muss also gegen die gegnerische Range rund 83% der Konfrontationen gewinnen, um profitabel callen zu können. Die Equity steigt deswegen nur so wenig, weil es nicht mehr als 20% Equity zu gewinnen gibt, da das Spiel beim Ausscheiden eines Gegners automatisch zu Ende ist. Scheidet der Bubble Boy aus, dann ist jeder andere verbleibende Spieler automatisch ein Gewinner. Egal ob sein Stack 4000 Chips gross ist oder ob er sich mit 100 Chips ins Geld gerettet hat: Sein verbleibender Stack ist in jedem Fall genau 20% des Preispools wert.

Trotz Verdoppelung des Chip-Bestandes (+100%) des Gewinners des All-Ins steigt also die Equity beim Sit and Go in dieser beispielhaften Bubble-Situation nur um 53% und beim Double or Nothing sogar nur um 20%: Profiteure der „verschwundenen Equity“ sind die übrig gebliebenen Pokerspieler. Dies ist ein weiterer Hinweis zum besseren Verständnis, warum die Strategie „loose pushen, aber sehr tight callen“ insbesondere bei DoNs aufgeht.

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