Poker-Turniere: Regeln, Merkmale, Arten

Wir erläutern hier in diesem Artikel die speziellen Regeln für Poker-Turniere, welche die Standard-Pokerregeln ergänzen und anschliessend die verschiedenen Merkmale von Pokterturnieren.

Regeln für SnG und MTT Texas Hold’em Poker Turniere

Pokerturniere unterscheiden sich grundsätzlich von Cash Games durch den Umstand, dass man um Chips spielt und nicht um Bargeld. Wenn ein Spieler keine Chips mehr hat, scheidet er aus und erhält – je nach seiner Platzierung – einen bestimmten Geldbetrag. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum Cash Game ist, dass sich bei Turnieren die Blinds mit dem Turnierfortschritt anhand der vorgegebenen Turnierstruktur laufend erhöhen.

Kurz bevor der nächste Sprung im Preisgeld kommt, an der Bubble, wird meist „Hand für Hand“ gespielt. Dies bedeutet, dass an allen Tischen eine Runde gespielt wird und die nächste erst gestartet wird, wenn alle Tische die aktuelle Runde beendet haben. Diese Regel wurde eingeführt, um zu verhindern, dass einzelne Spieler mit sehr wenigen Chips das Spiel verzögern, um sich ins Geld zu „retten“.

Wenn zwei Spieler gleichzeitig ausscheiden, dann erhält derjenige Spieler die bessere Platzierung, der am Anfang der Runde mehr Chips hatte. Beispiel: Es sind noch 8 Spieler im Spiel. Zwei Spieler sind All-In, Spieler A mit 500 Chips und KK auf der Hand, Spieler B mit 800 Chips und QQ auf der Hand. Spieler C mit 10’000 Chips und AA auf der Hand callt das All-In. Das Board zeigt A-K-7-5-2. Spieler C gewinnt den gesamten Pot und Spieler A und B scheiden aus. Spieler A hat einen Königs-Drilling und Spieler B ein Paar Damen. Dass Spieler A die stärkere Hand als Spieler B hält, spielt aber keine Rolle. Spieler B hatte zu Beginn der Runde mehr Chips als A und wird deswegen Siebter, während der Spieler mit dem Set Könige Achter wird.

Merkmale und Arten von Poker-Turnieren

Es gibt zehn grundsätzliche Merkmale von Texas Hold’em Poker-Turnieren, nach denen diese beliebig ausgestaltet werden können:

  1. Auszahlungsstruktur (Standard, DoN, Satellite, WTA)
  2. Texas Hold’em Pokervariante (NL, PL, FL)
  3. Gebühren (Kostenpflichtig, Freeroll)
  4. Preispool (Guaranteed, abhängig von der Anzahl Spieler)
  5. Anzahl Tische/Teilnehmer (SnG, MTT)
  6. Anzahl Spieler je Tisch (Full Ring (9/10 Spieler) und Shorthanded (5/6 Spieler))
  7. Anzahl Chips zu Beginn (Standard (1500 Chips), Deep-Stacked (3000 Chips)
  8. Nachkauf von Chips (Freeze-Out, Rebuy, Add-On)
  9. Turnierstruktur“>Turnierstruktur (Blinds und Ante)
  10. Dauer der Blind Levels (lange (Regular), kurz (Turbo))

Ein gewöhnliches Sit and Go-Turnier ist beispielsweise eines mit einer Standard-Auszahlungsstruktur von 50%/30%20%, No Limit, für einen Preis von 20$ +2$ Gebühr, mit 10 Teilnehmern am Tisch und einem Preisgeld von 200$, 1500 Start-Chips, Freeze-Out (d.h. ohne Möglichkeit, Chips nachzukaufen), mit Blinds 10/20, bei welchem sich bei jedem Blind Level verdoppeln und ab dem 7. Blind-Level zusätzlich Ante zu bezahlen ist und bei dem sich die Blind Levels rasch alle drei Minuten erhöhen (Turbo).

Wir gehen nun auf diese zehn Merkmale von Poker-Turnieren im Detail ein.

1. Auszahlungsstruktur (Standard, DoN, Satellite, WTA)

Die Auszahlungsstruktur wird vor Beginn eines Turniers festgelegt und hält fest, für welche Platzierung es welchen Anteil vom gesamten Preisgeld gibt. Bei Sit and Go’s (SnG) erhält in der Regel der erste Platz 50%, der zweite Platz 30% und der Dritte Platz 20% des Preisgeldes. Bei normalen Multi-Table-Turnieren (MTT) erhalten etwa 10% der Spieler Geld, während 90% der Spieler leer ausgehen. Der Grossteil des Geldes wird aber erst am Final Table, also an die Spieler, die den letzten Tisch erreichen, vergeben. Typisch ist eine Preisgeldverteilung von 25% für die Spieler, die vor dem Final Table ausscheiden, und 75% des Preisgeldes für die Spieler, die den Final Table erreichen. Davon gehen etwa 25% an die Plätze zehn bis vier, während die Hälfte des Preisgeldes an die letzten drei Spieler geht (z.B. 25%/15%/10%).

Seit Mitte 2008 hat sich für SnG-Pokerturniere eine neue Variante der Auszahlungsstruktur etabliert. Bei einem „Double or Nothing“ (DoN), manchmal auch „Double Up“ genannt, gewinnt die Hälfte der Spieler den doppelten Betrag des geleisteten Einsatzes, während die andere Hälfte leer ausgeht. Dabei spielt es bei einem 10-Mann DoN keine Rolle, wie viele Chips man hat – sobald nur noch fünf Spieler übrig sind, erhält jeder Spieler den doppelten Einsatz zurück und das Turnier ist zu Ende.

Eine weitere Variante sind Satellite- oder Qualifier-Turniere. Dabei wird nicht um Geld, sondern um Tickets für ein Turnier mit einem höheren Buy-In gespielt. Je nach Preispool erhält ein oder mehrere Spieler ein solches Ticket. Übersteigt die Höhe des Preispools den Wert der zu vergebenden Tickets, erhalten zusätzlich einer oder mehrere Spieler Geld. Qualifiers können auch in Steps, also einzelnen Schritten, gespielt werden. Dies wird angewendet, wenn es letztendlich um den Gewinn eines Tickets für ein sehr teures Turnier wie etwa für die WSOP geht. In einem ersten Schritt spielt man beispielsweise mit 20$ Einsatz gegen 25 Spieler um ein Ticket für ein 500$-Turnier. 35 Spieler spielen dann in diesem 500$-Turnier um ein Ticket plus Reisekosten für die Teilnahme an der WSOP.

Bei einem Winner Takes It All (WTA)-Turnier gewinnt – wie der Name es sagt – der Sieger den gesamten Preispool. Bei WTA-Turnieren wird meist um Tickets für Turniere mit einem höheren Buy-In gespielt.

2. Texas Hold’em Pokervariante (NL, PL, FL)

Über 95% der heute gespielten Poker-Turniere werden in der Variante “No Limit” gespielt. Es gibt aber auch vereinzelt Anbieter, welche gewisse Turniere mit Pot-Limit oder Fixed-Limit Setzregeln veranstalten.

3. Gebühren (Kostenpflichtig, Freeroll)

Die Teilnahme an Turnieren ist in der Regel kostenpflichtig. Die Gebühr setzt sich aus einem Anteil, der in den Preispool geht, und einem Anteil, der als Rake an den Veranstalter geht, zusammen. Als Schreibweise hat sich eine gesonderte Darstellung dieser zwei Faktoren etabliert. Z.B. bezahlen bei einem 20$+2$ Turnier die Spieler 22$ für die Teilnahme, wovon 20$ in den Preispool gehen und der Veranstalter 2$ für die Organisation des Turniers erhält.

Bei einem Freeroll ist die Teilnahme am Turnier kostenlos. Freerolls werden von vielen Online-Pokeranbietern zu Marketing-Zwecken eingesetzt, um Spieler mit den Regeln von Turnieren vertraut zu machen, um sie zur Teilnahme an kostenpflichtigen Turnieren zu bewegen oder um gute und treue Spieler zu belohnen. Bei Freerolls, deren Teilnahme an keine Bedingungen geknüpft ist, spielen oft sehr viele Spiele um einen sehr kleinen Preispool. Ein Freeroll mit 300$ Preisgeld und 3000 Teilnehmern entspricht einem Wert von 0.10$ pro Pokerspieler; der Sieger – und dazu wird eine Menge Glück benötigt – kann mit einem Preisgeld von vielleicht 60-120$ rechnen. Interessanter ist es, an VIP-Freerools teilzunehmen. Um ein Ticket zu erhalten, muss man in der Regel eine gewisse Anzahl Spielerpunkte erspielt haben. Hier entspricht der Wert eines Tickets dann schnell 10$ oder mehr.

Hier findest Du eine Übersichts-Tabelle von Freerolls (kostenlose Poker-Turnieren um Echtgeld).

4. Preispool (Guaranteed, abhängig von der Anzahl Spieler)

Die Höhe des Preispools richtet sich in der Regel nach der Anzahl Teilnehmern. Spielen etwa 150 Spieler ein 50$+4$ Turnier, dann beträgt der Preispool 7500$. Bei einem Guaranteed Turnier wird die Mindesthöhe des Preispools durch den Veranstalter vor Turnierbeginn garantiert. Für die Teilnehmer ist dies interessant, da sie bereits bei Turnieranmeldung wissen, wie viel es mindestens zu gewinnen gibt, sollten sie den ersten Platz erreichen. Für den Veranstalter ist dies ein gutes Marketing-Instrument, aber es birgt das Risiko, dass sich zu wenig Spieler anmelden und er selbst die Differenz zum versprochenen Preispool aus eigener Tasche bezahlen muss. Diese Differenz aus garantiertem Preispool und tatsächlich einbezahlten Turniergebühren (ohne Rake) wird als Overlay bezeichnet. Eine kurzfristige Teilnahme an Turnieren, bei denen sich ein Overlay abzeichnet, ist lohnenswert, da das Preisgeld pro Spieler höher als die Kosten für die Teilnahme am Poker-Turnier sein kann.

5. Anzahl Tische/Teilnehmer (SnG, MTT)

Bei einem Sit and Go-Turnier (SnG)– im englischen oft auch als Single Table Tournament (STT) bezeichnet, wird lediglich an einem Tisch gespielt. Die Teilnehmerzahl ist deswegen aus praktischen Gründen nach oben beschränkt – meist auf neun oder zehn Spieler. Das SnG beginnt nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern sobald der Tisch voll ist. Es gibt auch Multi-Table SnG’s, z.B. mit fünf Tischen mit je neun Spielern. Dieses beginnt, sobald sich 45 Spieler für das Turnier registriert haben – daher der Name „Sit and Go“.

Bei Multi Table Tournaments (MTT) spielen oft über hundert und manchmal sogar über tausend Spieler um den Sieg. Diese beginnen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Anzahl Teilnehmer kann dabei nach oben offen sein oder auf eine maximale Anzahl Teilnehmer (z.B. 4000) beschränkt sein.

6. Anzahl Spieler je Tisch (Full Ring (9/10 Spieler) und Shorthanded (5/6 Spieler)

Die meisten Turniere werden Full Ring, das heisst mit neun oder zehn Spielern pro Tisch, gestartet. Erst wenn nur noch wenige Spieler übrig sind, reduziert sich die Anzahl Spieler pro Tisch. Ein Turnier mit neun Spielern pro Tisch, bei welchem noch 28 Spieler übrig sind, wird etwa auf 4 Tische a sieben Spieler aufgeteilt. Ein Turnier mit zehn Spielern pro Tisch und 28 übrigen Spielern wird auf zwei Tische a 9 Spieler und einen Tisch a 10 Spieler aufgeteilt. Der Pokerraum wird bei jedem ausgeschiedenen Spieler die Anzahl Spieler pro Tisch überprüfen und nötigenfalls Spieler von einem Tisch an den anderen umplatzieren, damit in etwa gleich viele Spieler an jedem Tisch sitzen.

Bei Shorthanded-Turnieren sitzen bereits zu Beginn des Turniers nur fünf oder sechs Spieler am Tisch. Bei solchen Turnieren spielt man prozentual mehr Starthände, weil die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass die anderen Spieler gute Hände haben und weil man häufiger (z.B. jedes dritte Mal statt jedes fünfte Mal) im Small Blind oder im Big Blind sitzt.

7. Anzahl Chips zu Beginn (Standard (1500 Chips), Deep-Stacked (3000 Chips)

Ein Poker-Turnier kann mit einer beliebigen Anzahl an Chips starten. Sinnvoll ist, wenn die Spieler in der ersten Blind-Runde über mehr als 50 (besser 100) Big Blinds verfügen, damit sie „richtig“ Poker spielen können. Je mehr Chips die Spieler im Verhältnis zu den Blinds haben, desto länger wird das Turnier dauern und desto grösser ist der Vorteil der guten Spieler, da das Kartenglück eine weniger grosse Rolle spielt.

Die gängigen Standard-Turniere starten mit 10/20 Blinds und 1500 Chips pro Spieler. Bei Deepstacked-Turnieren starten die Spieler mit deutlich mehr Chips, z.B. mit doppelt so vielen, also 3000 Chips.

8. Nachkauf von Chips (Freeze-Out, Rebuy, Add-On)

Die Mehrheit der Turniere wird nach dem Freeze-Out Prinzip gespielt: Wer keine Chips mehr hat, scheidet aus. Im Gegensatz dazu ist es bei Rebuy und Add-On Turnieren möglich, für einen Geldbetrag zusätzliche Chips nachzukaufen und somit weiterspielen zu können.

Rebuys sind oft auf die erste Stunde des Turniers beschränkt und nur möglich, wenn man höchstens den Anfangsstack an Chips besitzt. Bei manchen Turnieren erhält man für ein Rebuy, was gleich viel kostet wie der Beitrag vom Buy-In an den Preispool, deutlich mehr Chips. Also statt 1500 Chips für 10+1$ erhält man beispielsweise bei einem Rebuy 2000 Chips für 10$. Hier macht es auf jeden Fall Sinn, gleich zu Beginn des Turniers ein Rebuy zu tätigen.

Nach Ende der Rebuy-Frist ist es in der Regel möglich, noch ein einzelnes Add-On zu kaufen. Diese Option steht allen Spielern unabhängig von deren Chip-Bestand offen. Je weniger Chips man besitzt und desto mehr Chips man bei einem Add-On im Verhältnis zum Anfangsstack (zum selben Preis) kaufen kann, desto eher macht ein Add-On Sinn. Praktisch ist es so, dass ein Add-On für fast alle Spieler Sinn macht, ausser wenn man sich bereits einen sehr grossen Stack (> 5-10x Average Stack) aufbauen konnte oder wenn man ein für sein Bankroll Management zu teures Turnier spielt.

9. Turnierstruktur (Blinds und Ante)

In der Turnierstruktur ist festgelegt, wie hoch die Blinds je Level sind und ob Ante zu entrichten ist. Die Dauer der einzelnen Blind-Levels ist ebenfalls darin festgelegt, siehe mehr dazu im nächsten Punkt.

Eine typische Turnierstruktur für ein online Poker-SnG sieht etwa wie folgt aus:

Level Small Blind Big Blind Ante
1 10 20
2 15 30
3 25 50
4 50 100
5 75 150
6 100 200
7 150 300
8 150 300 30
9 200 400 40
10 300 600 60
11 400 800 80
12 500 1000 100
13 600 1200 120
14 800 1600 160
15 1000 2000 200

10. Dauer der Blind Levels: Regular (lange), Turbo (kurz)

Die Dauer der Blind Levels wirkt sich sehr stark auf die Dauer des Poker-Turniers aus. Wie eine grosse Anzahl Chips zu Beginn der Turniers begünstigen lange andauernde Blind Levels gute Spieler. Bei Online-Pokerturnieren dauern die Blind Levels bei Regulars 8 bis 30 Minuten, bei Turbo-Turnieren erhöhen sich die Blinds alle 3-6 Minuten.

Zusammenfassung

In diesem Artikel wurden nebst den Regeln, welche im Unterschied zu Cash Games bei Turnieren zusätzlich zur Anwendung kommen (Ausscheiden wenn keine Chips mehr, steigende Blinds, Hand-für-Hand Spiel, Regel wenn zwei Spieler gleichzeitig aus einem Poker-Turnier ausscheiden) die zehn verschiedenen Merkmale und Arten von Pokerturnieren im Detail erläutert.

Man kann nicht generell sagen, welche Kriterien besser als andere sind. Jeder Poker-Spieler sollte die unterschiedlichen Turnier-Varianten ausprobieren und sich dann für die entscheiden, die ihm am Besten gefällt.

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