Heads-Up Strategie in Sit and Go’s

Sicher hast Du unsere dreiteilige Serie zur Strategie in Sit and Go-Turnieren bereits gelesen:

Und jetzt fragst Du Dich sicher, was denn die optimale Strategie in einem Sit and Go ist, wenn Du es ins Heads-Up geschafft hast. Im Heads-Up eines Sit‘n Go‘s gibt es folgende Besonderheiten:

Die Blinds sind im Verhältnis zu den Stacks sehr gross. Die beste Strategie besteht darin, vor dem Flop All-In zu gehen oder zu folden.

Es geht nur noch um 20% des Preisgeldes. Die beiden besten Spieler spielen nur noch um den Sieg. Bei einem Standard 10$ SNG mit einer Verteilung des Preisgeldes von 20$ für Platz 3, 30$ für Platz 2 und 50$ für Platz 1 haben beide Spieler im Heads-Up also 30$ auf sicher, da sie ja schon mindestens Zweiter werden. Sie spielen also nur noch um die Differenz des Preisgelds zwischen dem zweiten und dem ersten Platz: 20$.

Die anhand des Independent Chip Modells (ICM) abgeleitete Regel für Turniere, dass gewonnene Chips weniger wertvoll sind als verlorene Chips, gilt nicht mehr. Das Verhältnis zwischen Anzahl Chips und theoretischem Anspruch aufs Preisgeld ist wieder linear: Verdoppelt ein Spieler seinen Stack im Heads-Up, dann verdoppelt er auch die Wahrscheinlichkeit, das Turnier zu gewinnen. Besitzt Spieler A 75% der Chips und Spieler B 25% der Chips, dann beträgt der Dollar-Erwartungswert $EV der Chips von Spieler A 75% x 50$ + 25% x 30$ = 45$ und die Chips von Spieler B sind 35$ wert.

Insbesondere der erste Punkt ist wichtig: Die Blinds sind so hoch, dass das Heads-Up in einem SnG relativ einfach mathematisch durchdacht werden kann, um daraus eine optimale Strategie abzuleiten. Die zwei Autoren und Pokerspieler, James Kittock and Lee Jones, haben dies gemacht und bereits 2005 das „Sit and Go Endgame System“, kurz SAGE ™, entwickelt. Den lesenswerten Artikel mit der englischsprachigen Erstveröffentlichung findest Du hier beim Magazin Card Player.

 

Beste Heads-Up Strategie in Sit and Go’s

Wir erklären Dir hier die mathematisch korrekte Heads-Up-Strategie, mit der Du selbst gegen den Weltmeister im Poker keinen Nachteil hast. Diese beste Strategie ist eine Gleichgewichts-Strategie (Equilibrium): Kein Spieler kann davon abweichen, ohne sich schlechter zu stellen. Spielt ein Pokerspieler im Heads-Up nicht danach, dann verliert er langfristig Geld. Dies bedeutet auch, dass wenn beide Spieler gleich viel Chips haben und nach dieser Strategie spielen, die Wahrscheinlichkeit je 50% beträgt, dass einer der Spieler gewinnt. Können und Erfahrung spielen keine Rolle mehr – spielen beide Spieler Heads-Up mit dieser optimalen Strategie, dann wird aus dem Geschicklichkeitsspiel No Limit Texas Hold’em ein reines Glücksspiel.
Bevor wir Dir die optimale Strategie erklären, gibt es dazu noch ein paar Einschränkungen zu beachten:

SAGE ™ funktioniert nur Heads-Up. Wenn noch drei oder mehr Spieler übrig sind, funktioniert das System nicht, weil die einzelnen Chips in den Stacks der Gegner einen unterschiedlichen Wert haben (3handed in einem 10$ SnG kann der einzige Chip des Short Stacks 20$ wert sein, während die 10‘000 Chips des Big Stacks insgesamt nie mehr als 50$ Wert haben können). Bei 3 oder mehr Spielern und mehr als einem Platz mit Preisgeld kommt das komplexe ICM-Modell zur Anwendung.

SAGE ™ funktioniert nur bei hohen Blinds. Die effektive Stackgrösse darf höchstens 7 Big Blinds (nach posten der Blinds) betragen. Bei höheren Werten funktioniert dieses einfache System nicht mehr optimal. Die effektive Stackgrösse errechnet sich wie folgt: (Chips des kleineren Stacks nach posten der Blinds) geteilt durch (Höhe des Big Blinds). Beispiel: Die Blinds betragen 400/800, und nach posten der Blinds hat der Big Stack 9‘600 Chips und der Small Stack noch 4‘200 Chips. Der Spieler mit weniger Chips hält also noch 4‘200 / 800 = 5.25 Big Blinds: In dieser Situation kannst Du das System anwenden. Es spielt also auch keine Rolle, wie viele Chips der Big Stack besitzt, lediglich die Anzahl Chips des kleineren Stacks ist relevant.

SAGE™ funktioniert nur mit Push or Fold. Das System funktioniert nur, wenn der Small Blind im Heads-Up All-In geht oder foldet. Beim Completen/Limpen oder bei einem (wenig sinnvollen) Mini-Raise funktioniert diese Strategie nicht.

 

Anwendung der Sit and Go Heads-Up Strategie

Die Anwendung dieser optimalen und damit unschlagbaren Strategie ist einfach. Du musst zuerst den Wert Deiner beiden Karten, den sogenannten „Power Index“ PI) berechnen und anschliessend in einer kleinen Tabelle nachschauen, ob Du damit All-In darfst oder folden sollst.

 

1. Schritt: Berechnung Power Index

  • Die Karten haben den aufgedruckten Wert, also 5=5 Punkte, 8 = 8 Punkte, Zehn = 10 Punkte. Die Bildkarten haben den Wert Bube = 11 Punkte, Dame = 12 Punkte, König = 13 Punkte und Ass = 15 (!) Punkte
  • Verdopple den Wert der höheren Karte
  • Addiere den Wert der niedrigeren Karte hinzu
  • Wenn Du ein Paar hast, dann addiere 22
  • Wenn die Karten suited sind, dann addiere 2
  • Die Summe ist der Power Index

 

2. Schritt: Vergleich Tabelle und Entscheid

  • Berechne, wie viele Big Blinds der Shortstack nach Posten der Blinds noch hat.
  • Lies aus der Tabelle den benötigten Power Index ab. Wenn Dein unter Schritt 1 berechneter Wert gleich gross oder grösser ist, dann kannst Du All-In pushen (als Small Blind) respektive ein All-In callen (als Big Blind)
Anzahl BB Push SB Call BB
1 17 (immer)
2 21 17
3 22 24
4 23 26
5 24 28
6 25 29
7 26 30

 

Anwendungs-Beispiele der SnG HU-Strategie

Auf den ersten Blick mag diese Strategie kompliziert erscheinen, ist sie aber überhaupt nicht. Schau Dir diese Beispiele durch:

Heads-Up Strategie Beispiel 1

Blinds 400/800. Nach posten der Blinds hat der SB noch 4‘000 Chips und er hält . Der BB hat 4‘800 Chips und hält .

Der Power Index vom SB beträgt (2 x 13) + 3 = 29. Der Power Index vom BB beträgt (2 x 4) + 4 + 22 (fürs Paar)= 34.

Der Shortstack hat noch 4‘000 : 800 = 5 Big Blinds.

Gemäss obiger Tabelle benötigt der SB mindestens einen Power Index von 24, um All-In pushen zu dürfen. Weil er einen PI von 29 hat, muss er pushen.

Der BB benötigt einen PI von 28, sein PI beträgt 34. Er muss das All-In also callen.

Heads-Up Strategie Beispiel 2

Blinds 300/600. Nach posten der Blinds hat der SB noch 2‘500 Chips und er hält . Der BB hat 6‘600 Chips und hält .

Der Power Index vom SB beträgt (2 x 9) + 6 + 2 (für suited Karten) = 26. Der Power Index vom BB beträgt (2 x 6) + 3 = 15.

Der Shortstack hat noch 2‘500 : 600 = etwas mehr als 4 Big Blinds.

Gemäss obiger Tabelle benötigt der SB mindestens einen Power Index von 23, um All-In pushen zu dürfen. Weil er einen PI von 26 hat, muss er pushen.

Der BB benötigt einen PI von 26, sein PI beträgt 15. Er muss folden.

Heads-Up Strategie Beispiel 3

Blinds 200/400. Nach posten der Blinds hat der SB noch 7‘200 Chips und er hält . Der BB hat 2‘600 Chips und hält .

Der Power Index vom SB beträgt (2 x 12) + 5 + 2 = 31. Der Power Index vom BB beträgt (2 x 15) + 2 = 32.

Der Shortstack hat noch 2‘600 : 400 = etwas mehr als 6 Big Blinds.

Gemäss obiger Tabelle benötigt der SB mindestens einen Power Index von 25, um All-In pushen zu dürfen. Weil er einen PI von 31 hat, muss er pushen.

Der BB benötigt einen PI von 29, sein PI beträgt 32. Er muss das All-In also callen.

 

Zusammenfassung beste SnG HU-Strategie

Die hier vorgestellte Heads-Up Strategie – wenn von beiden Spielern angewendet – lässt den Kampf um Platz 1 zu einem Glücksspiel verkommen, falls beide Spieler diese Strategie anwenden und gleich viele Chips haben. Wenn ein Spieler nach dieser Strategie spielt, dann muss der andere zwingend auch danach spielen, sonst verliert er langfristig Geld.

Was aber, wenn Dein Gegner nicht diese mathematisch optimale Strategie anwendet? Dann verliert er langfristig Geld, wenn Du nach dieser Strategie spielst. Allerdings kannst Du noch mehr Geld verdienen, wenn Du Dich dem Gegner anpasst, Dich adaptest! Gerade auf tiefen Limits spielen die Gegner bei hohen Blinds zu tight: Sie gehen zu selten All-In, und Sie folden zu oft auf All-Ins. Dies bedeutet, dass die Gegner nur mit Top-Händen spielen. Entsprechend solltest Du seltener All-Ins callen (weil die Hand des Gegners sehr stark ist). Weil schwache Spieler zu oft folden, kannst Du jedoch noch häufiger pushen, als Dir die obige Tabelle erlaubt (weil Du damit sehr oft die Blinds stehlen kannst).

 

Tipp für Sit and Go-Spieler

Obwohl diese Strategie bereits im 2005 veröffentlicht wurde, wird sie nur von relativ wenigen Regulars angewendet. Ein Pokerraum, wo es praktisch keine Regulars gibt und wo Du die Gegner mit dieser Taktik förmlich vernichten kannst, ist LuckyAce Poker. Der Raum ist sehr fischig und das Spielniveau an den Pokertischen ist dank Casino-Spielen wie Roulette sehr tief. Probier es jetzt aus und erhalte mit dem Bonus Code sngpoker einen Bonus bis zu 250$ 400$ auf Deiner ersten Einzahlung. Ein Viertel des Bonus wird Dir sofort gutgeschrieben!

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