Sit and Go Poker Strategie späte Phase

Dies ist der dritte Teil unserer Serie zur Strategie bei Sit and Go’s. Wir vertiefen hier die Strategie in der späten Phase von SnG-Turnieren ein. Wir erinnern uns:

  • Die frühe Phase findet im ersten Drittel eines SNG’s statt. Es sind noch mindestens 7 Spieler am Tisch und die Stacks sind im Verhältnis zu den Blinds gross (25 Big Blinds und mehr). Die optimale SnG-Strategie in der frühen Phase ist, sehr tight zu spielen
  • Die darauf folgende mittlere Phase zeichnet sich durch sechs bis neun verbleibende Spieler aus und durchschnittliche Stackgrössen zwischen 15-25 Big Blinds. Die beste Sit and Go-Strategie in der mittleren Phase ist, weiterhin tight zu spielen, aber bei entsprechenden Opportunitäten aggressiv die Blinds anzugreifen (Steal) resp. seinen Big Blind zu verteidigen (Resteal)
  • In der späten Phase, und die diesbezügliche Strategie vertiefen wir hier, beträgt der Average Stack weniger als 15 Big Blinds. Meistens sind nur noch sechs oder weniger Spieler übrig

Wir erklären Dir in diesem Strategie-Artikel die Strategie für Sit and Go’s in der späten Phase, wo also der durchschnittliche Stack 15 oder weniger Big Blinds beträgt (z.B. 2‘500 Chips bei Blinds von 100/200).

 

SnG Strategie späte Phase

Push or Fold – Alles oder Nichts

In der späten Phase kann man nicht mehr „richtig“ Poker spielen – die effektiven Stacks sind zu gering geworden. Auf Set-Value zu spielen, zu limpen oder mit Draws zu callen ist aufgrund der wenigen verbleibenden Big Blinds und der geringen implied Odds nicht mehr profitabel. Die späte Phase ist die Push or Fold-Phase, manchmal auch „jamming“-Phase genannt. Die Strategie im Sit and Go ist nun viel einfacher geworden: Du musst vor dem Flop nur noch entscheiden, ob Du eine Hand foldest oder ob Du mit der Hand All-In gehst. Das Ziel eines All-Ins ist das Gewinnen der Blinds und ggf. der Chips eines loosen Limpers, indem diese Folden. Je grösser die Wahrscheinlichkeit, dass die Gegner folden, desto grösser ist Deine Fold Equity.

Du hast sicher schon Diskussionen im Sinne von „Auf Platz 1 spielen“ versus „Ins Geld kommen“ mitverfolgt. Dieser Ansatz ist falsch. Das Ziel bei jeder Entscheidung muss sein, seinen Dollar-Erwartungswert ($EV) zu maximieren. Bei jeder Hand musst Du Dir überlegen, wie Du Deinen $EV maximierst. Welche Platzierung Du im Sit and Go letztendlich erreichst, ist sekundär. Wichtiger ist, dass Du korrekt gespielt hast. Ein Tool, mit dem Du mathematisch korrekte Entscheidungen überprüfen kannst, ist der SnG Wizard. Das Tool liest Deine gespielten Handhistories ein und rechnet den Wert der Chips mittels des Independent Chip Modells in Dollars um. So lernst Du, in der späten Phase von Turnieren mathematisch korrekt zu spielen.

Wir erklären Dir jetzt die sieben Gewinner-Strategien für das Spiel in der späten Phase. Wenn Du danach spielst, wirst Du den meisten Gegnern am Tisch deutlich überlegen sein.

 

SnG Gewinner-Strategie 1: Loose-Aggressiv All-In pushen

Wenn man sich der Bubble nähert, dann haben viele schlechte Spieler die Tendenz, tighter zu spielen. Sie wollen sich primär „ins Geld folden“ und so kurz vor dem Geld „keine Risiken mehr eingehen“. Dies ist eine suboptimale Strategie bei Sit and Go’s. Es erhalten nur drei von zehn Spielern Preisgeld. Das bedeutet aber nicht, dass Du keine Hand mehr spielen sollst, wenn nur noch 4-6 Spieler am Tisch sind. Denn sonst wirst Du schnell von den Blinds „aufgefressen“ und Dein Stack ist nichts mehr wert: Du verlierst die Fold Equity. Und darum geht es in der späten Phase. Du willst genügend Chips haben, um Deine Gegner einzuschüchtern und ungecallt ihre Blinds zu stehlen. Du musst durchschnittlich einmal pro Runde die Blinds stehlen, um Deinen Stack zu erhalten. Dies machst Du, indem Du an einem günstigen Zeitpunkt All-In gehst. Was dabei zu beachten ist, führen wir weiter unten aus. Grundsätzlich kommt es aber weniger auf Deine Handstärke, sondern auf die Situation (Position, Stacks, Gegner) an.

Wichtig ist dass Du verstehst, dass Du mit einem „Push“ auf zwei Arten gewinnen kannst: Entweder die Gegner folden (und Du gewinnst die Blinds) oder sie callen (und Du kannst die Hand dennoch geiwnnen). Das beste Ergebnis für Dich ist, wenn die Blinds folden. In diesem Fall hast Du Deinen Stack um 10-15% erhöht, ohne das Risiko eines frühzeitgien Ausscheidens eingegangen zu sein.

 

SnG Gewinner-Strategie 2: Tight All-Ins callen

Während Du loose All-In gehen sollst, solltest Du nur in sehr wenigen Fällen All-Ins callen. Bei einem Call hast Du nicht mehr die Möglichkeit, durch einen Fold des Gegners die Hand zu gewinnen. Und je näher Du Dich an der Bubble befindest, desto weniger sind gewonnene Chips wert, und umso schmerzhafter ist es, Chips zu verlieren. Du musst also entweder deutlicher Favorit sein oder sehr gute Pot Odds erhalten. Je nach Situation musst Du Dir eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 60% bis 75% geben, damit ein Call profitabel ist. Eine Ausnahme sind günstige Pot Odds, weil entweder Du oder der pushende Gegner nur noch wenig Chips haben. Bei Pot Odds von 1:2 oder besser, d.h. wenn Du z.B. mit einem Einsatz von 1000 Chips um einen Pot von total 3000 Chips spielen kannst (2000 Chips im Pot plus Deine 1000 einbezahlten Chips), dann lohnt sich das Mitgehen in der Regel.

 

SnG Gewinner-Strategie 3: Position beachten

Die Position ist in der späten Phase noch viel wichtiger als in den vorherigen Phasen. Wenn Du All-In gehst, willst Du mit einer möglichst grossen Wahrscheinlichkeit den Pot ohne Showdown gewinnen. Diese Wahrscheinlichkeit ist umso grösser, je weniger Spieler nach Dir noch an die Reihe kommen. Am besten ist die Position des Small Blinds, am schlechtesten für einen Push ist die Position UTG (ein Sitzplatz links vom Big Blind). Dies bedeutet entsprechend, dass die Anforderungen an Deine Handstärke von Deiner Position abhängen. Während im Small Blind je nach effektiven Stacks ein „Any Two Cards“-Push sinnvoll sein kann, benötigst Du UTG meistens ein Paar oder ein Ass mit einem hohen Kicker.

 

SnG Gewinner-Strategie 4: Stackgrössen beachten

Ein ganz wichtiger Treiber der Fold Equity sind die Stackgrössen. Am einfachsten kannst Du das mit folgender Überlegung nachvollziehen: Du hast gegen den Spieler die höchste Fold Equity, den es am meisten schmerzt, wenn er Deinen Push callt und verliert.

Beispiel: 4 Spieler verbleiben bei Blinds von 150/300, der Big Stack mit 11‘000 Chips, zwei Medium Stacks mit je 4‘000 Chips sowie ein Small Stack mit 1‘000 Chips.

Der Small Stack hat nur noch eine minimale Fold Equity, da er zu wenig Chips besitzt, um den Gegnern mit einem All-In Angst einzujagen. Am ehesten wäre ein Push gegen einen der Medium Stacks erfolgreich. Dieser könnte ein schwaches Blatt noch folden, da er sonst den Small Stack aufdoppeln könnte und dieser dann ähnlich viele Chips wie er hätte.

Der Medium Stack hat die grösste Fold Equity gegen den anderen Medium Stack. Ein verlorener Call wäre für diesen sehr schmerzhaft, da ihm bei einem Fold ein In-the-Money Platz fast auf sicher ist. Wenn die beiden Medium Stacks nebeneinander sitzen, dann ist derjenige, der rechts sitzt, massiv im Vorteil: Er kann jedes Mal First In im Small Blind pushen und wird – wenn der andere Medium Stack mathematisch korrekt spielt –in weniger als 4% der Fälle gecallt werden. Ein Push bedeutet also in 24 von 25 Fällen einen sicheren Gewinn von 450 Chips (+11% Chips). Ein Push des Medium Stacks in den Big Stack wäre jedoch ein riskantes Unterfangen – dieser wäre selbst bei einem verlorenen Call immer noch Chip Leader. Dieser sollte deswegen nur mit einem starken Blatt und gegen einen tighten Gegner gewagt werden. Die Fold Equity gegen den Small Stack ist gering. Allerdings lohnt es sich wegen der Pot Odds oft, mit einer überdurchschnittlichen Hand zu pushen.

Der Big Stack befindet sich in einer sehr komfortablen Lage. Er verfügt gegenüber den Medium Stacks über eine enorme Fold Equity. Diese dürfen einen Push nur mit den Top 2-3% der Hände mitgehen. Alles unter einem Zehnerpaar, also auch Ass-König, sind klare Folds. Es lohnt sich für den Chipleader, ab und zu den Small Stack zu verschonen. Erstens, um damit nicht den Eindruck zu erwecken, dass er wirklich jede Hand pusht. Und zweitens, um den Small Stack noch etwas länger „am Leben zu erhalten“. Dadurch kann der „Bully“ noch einige weitere Male die Blinds der Medium Stacks stehlen.

 

SnG Gewinner-Strategie 5: An Gegner anpassen

Viele Grinder, insbesondere die multitabling Regs auf den tiefen und mittleren Limits, passen sich nicht genügend den Gegnern an. Es bringt nichts, wenn der Gegner 97% seiner Hände folden müsste, wenn er dann dennoch mit Bube-Zehn in Herz callt, weil „die Hand suited“ war. Gerade auf den Buy-Ins von 5$ bis 20$ gibt es viele Spieler, die zu oft callen und zu selten pushen. Das bedeutet für Dich: Du musst gegen diese Calling Station seltener Pushen und seltener All-Ins callen als gegen andere multitabling Regs. Seltener Pushen deswegen, weil Deine Fold Equity geringer ist (sie callen „zu oft“). Und noch seltener callen, weil diese losing Players nur selten – nur mit den besten Händen – pushen. Entsprechend darfst Du einen Push von einem passiven Spieler nur mit einer absoluten Top-Hand callen.

 

SnG Gewinner-Strategie 6: Nicht ausblinden

Deine Fold-Equity geht gegen null, wenn Dein Stack nur noch drei Big Blinds oder weniger beträgt. Du musst deswegen um jeden Preis verhindern, dass Du ausgeblindet wirst. Ein UTG-Push mit einer schlechten Hand wie Bube-6 offsuit und 3 BB ist fast immer besser als ein Fold. Wenn Du pusht und jeder zu Dir foldet, dann gewinnst Du 1.5BB, d.h. dass sich Dein Stack um 50% erhöht hat. Und wenn Du gecallt wirst und gewinnst, dann hast Du Deinen Stack mehr als verdoppelt und hast wieder eine faire Chance, ins Geld zu kommen.

 

SnG Gewinner-Strategie 7: Vorausschauend spielen

Ähnlich wie beim Schachspiel solltest Du den zukünftigen Spielverlauf, das Future Game, versuchen vorherzusehen. Versuche, in Varianten, in „was-wäre-wenn“-Versionen zu denken. Ein Nachteil vom ICM ist, dass der zukünftige Spielverlauf und die Position nicht berücksichtigt werden. Grundsätzlich sind gewonnene Chips weniger wert als verlorene Chips. In gewissen Situationen können aber zusätzliche Chips überproportional viel Wert haben. Etwa, wenn Du dadurch Chipleader wirst und an der Bubble viel häufiger die Blinds stehlen kannst. Hier kann es sich manchmal lohnen, Risiken einzugehen, die auf den ersten Blick nicht gerechtfertigt sind. Der umgekehrte Fall kann auch eintreten. Wir haben oben vermerkt, dass Du bei 1:2 Pot Odds All-Ins callen sollst. Wenn aber ein verlorener Call Deinen Stack dermassen reduzieren würde, dass Du die Fold Equity ganz verlierst, kann ein Fold sinnvoller sein.

 

Zusammenfassung Strategie späte Phase

In der späten Phase von Sit and Go’s, mit effektiven Stacks von weniger als 15 Big Blinds, musst Du Dich vor dem Flop nur noch zwischen einem Fold und einem All-In entscheiden. Pushe häufig All-In, aber calle nur in seltenen Fällen All-Ins von anderen Spielern. Wähle Deine Ziele für einen Push sorgfältig aus. Je näher Du vom Big Blind sitzt, je tighter die nachfolgenden Spieler sind und je schmerzhafter ein verlorener Call für diese, desto eher kannst Du ein All-In riskieren.

 

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