Poker Bad Beats 101: Erklärungen, Fehler, Ratschläge

Deine Bet auf dem River wurde gecalled, die Karten gezeigt, und der Dealer schiebt den Pott zu Deinem Gegenspieler; ein grosser Pott auf den Du gute Chancen hattest ihn zu gewinnen. Vielleicht hatte Dein Gegner einen guten Draw den er getroffen hat, vielleicht hatte er einen einfach ausgesucked (Bad Beat), oder er war in der ganzen Hand ahead, was Du nicht wissen konntest. Was immer der Grund sein mag, Du hast die zweitbeste Hand und verloren. Das ist wo die ganze Geschichte beginnt.

Pokerspieler sind schnell verärgert, wenn sie einem grossen Pott verlieren, vor allem wenn es ein Bad Beat war. Aus dem Grund, weil die Psyche des Menschen halt zerbrechlich ist und es sehr schwierig ist mit Ereignissen umzugehen, die man nicht erwartet hat. Während eine Vielzahl von Spielern wissen, dass sie manchmal Gambler sind und Bad Beats Teil des Pokerspiels sind, ist es trotzdem nicht einfacher sie zu akzeptieren. Beim Poker besteht ein finanzieller Aspekt. Es geht schliesslich darum, Geld zu gewinnen und einen grossen Pott zu verlieren, bedeutet in diesem Fall das Gegenteil. Wenn Du ein guter Spieler bist und einen Showdown siehst, ist es meistens, weil Du denkst eine gute Chance zu haben, dass Du die beste Hand hast. Vor allem bei grossen Potts wirst Du beim Showdown meistens die beste Hand zeigen. Wenn Du eine Bet callst, addierst Du möglicherweise schon mental Chips zu Deinem Stack und bist glücklich einen solchen Pott gewonnen zu haben. Einen solchen Pott unerwartet zu verlieren, kann ein Schlag ins Gesicht sein, vor allem wenn es die letzte Hand einer 6-stündigen Session ist, die Du spielst. Und brrzz, hast Du eine Losing Session.

Es gibt noch viele andere Gründe, warum es einen so schmerzt einen grossen Pott zu verlieren. Für gewisse Spieler ist es einfach eine unangenehme Erinnerung an das Schicksal, dass sie so gut spielen können wie sie wollen, sie verlieren trotzdem. Vor allem wenn der Pott sehr gross war und es wieder ein Bad Beat gewesen ist. Es ist wie eine innere Stimme die sagt: „Du kannst alles richtig machen, es nützt Dir aber nichts, weil Dich der Zufall wieder schlagen wird.


Inwiefern Bad Beats Dich beeinflussen, hängt von folgenden 7 Faktoren ab:

  • Grösse des Potts
  • Wie gross Deine Chance war
  • Wie Du den Pott verloren hast
  • Wie verlief Deine laufende Session?
  • Ist es ein Turnier oder Cash Game?
  • Wie gross Deine Bankroll ist
  • Deine Einstellung

Bad Beat #1 – Grösse des Potts

Es ist offensichtlich, dass je grösser der Pott war, umso eher willst Du den Pott gewinnen, und umso enttäuschender wirst Du sein, wenn Du nicht gewinnst.

Bad Beat #2 – Wie gross war Deine Chance?

Wenn Du auf dem River eine Bet callst, welche Dir gute Odds gegeben hat und dann verlierst, wird es wahrscheinlich nicht so schmerzhaft sein. Wenn Du aber bettest, raist und Dir sehr sicher bist ahead zu sein, könnte es ein tiefer Schlag ins Gesicht sein, wenn Dein Gegner die Siegerhand zeigt.

Bad Beat #3 – Wie hast Du den Pott verloren?

Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Pott zu verlieren. Du kannst einen Pott aufgrund eines Bad Beats verlieren, wo Dein Gegenspieler einen Draw mit schlechten Odds gejagt hat. Du kannst wegen Deinen eigenen Fehlern verlieren, z.B. Deine Hand nicht gut genug schützen. Oder Du kannst verlieren, weil die Karten einfach nicht so kommen wie es Du erwartest. Deine Reaktion ist von Deiner Auffassung, wie Du den Pott verloren hast, abhänging.

Bad Beat #4 – Verlauf Deiner aktuellen Session

Wie Du Bad Beats wahrnimmst, wird sich differieren, wenn Du die bisherigen Ergebnisse Deiner Session miteinbeziehst. Hast Du in den letzten paar Händen selber grosse Bad Beats gegeben, wirst Du beim nächsten Bad Beat den Du bekommst, nicht so fragil sein. Hast Du aber gerade eine Serie von grossen Potts verloren, wird ein Bad Beat einen impulsiven Effekt auf Deine innerlichen Emotionen auslösen; und zwar schmerzt jeder weitere Bad Beat mehr als der letzte. Generell, je schlechter Deine Session bisher verlaufen ist, umso negativer wird Dich ein Bad Beat beeinflussen. Dies kann auch über mehrere Sessions geschehen. Wenn Du mitten in einem Downswing bist, wirst Du emotional fragiler sein and dazu tendieren schlecht zu reagieren, wenn Du einen grossen Pott verlierst, vor allem nach Bad Beats.

Bad Beat #5 – Turnier oder Cash Game?

In Cash Games ist der Wert eines verlorenen Potts eindeutig zu sehen, da jeder weitere Chip den gleichen Wert hat. Aber in einem Turnier gibt es mehrere Faktoren zu beachten. Einen grossen Pott früh in einem Turnier zu verlieren oder auszuscheiden, ist generell sehr einfach zu akzeptieren. Denn Du bist noch sehr weit von den Geldrängen weg und der Value Deiner Chips ist noch nicht so hoch wie beim Final Table. Jedoch, wenn Du schon sehr weit im Turnier und „in the money“ oder sogar am Final Table bist, orientierst Du Dich an die grossen Preisgelder der Top-Plätze. Wenn Du in dieser Situation einen grossen Pott durch einen Bad Beat verlierst, verlierst Du nicht nur die Chips im Pott, sondern auch die Chance den ganz grossen Preis zu gewinen. In solch einer Situation seinen Stack in zwei Händen zu verlieren, ist sehr schmerzhaft.

Bad Beat #6 – Wie gross ist Deine Bankroll?

Hast Du eine grosse Bankroll, so ist es relativ einfach einen verlorenen Pott zu akzeptieren. Hast Du aber eine kleine Bankroll, ist jeder verlorene Pott anteilmässig wichtiger für Deine Bankroll, und wird Dich somit auch mehr schmerzen, wenn Du verlierst.

Bad Beat #7 – Deine Einstellung

Die richtige Einstellung an den Tisch zu bringen ist entscheidend, wie Du mit Bad Beats umgehst. Wenn Du all die oben genannten Faktoren kombinierst, siehst Du wieso es für sehr viele Spieler so schwierig ist ihre Emotionen auszuschalten. Vielleicht kannst Du die meisten verlorenen Potts emotional ignorieren, aber die grossen Potts werden sich möglicherweise tief in Deinen Gedanken herumtummeln. Sogar ein ruhiger Spieler mit sehr viel Disziplin, der gegen aussen gelassen wirkt, könnte mental „crushed“ sein, wenn sein Full-House auf dem River gegen Quads verliert.

Deine Aktion:

Jeder Pokerspieler hat seine Lieblingsgeschichte von Bad Beats. Denke an Deine und versuche herauszufinden warum es so schmerzhaft ist. Versuche Deine Bad Beat Story den oberen Faktoren zu relativieren und notiere Dir alles andere, was diese Hand so bedeutungsvoll für Dich gemacht hat. Auf diese Weise kannst Du Deine Schwachstelle identifizieren.

Zur Vollständigkeit halber: Es ist nicht nur wichtig, inwiefern ein Bad Beat Dich emotional beeinflusst, sondern inwiefern es sich auf Deine Spielweise auswirkt. Emotionen kommen und gehen, aber verdonktes Geld ist für immer weg. Die verlorene Hand ist vorbei. Wenn Du etwas aus dieser Hand lernen möchtest, dann sauge Dir die Information über die Spielweise Deines Gegners auf. Alles in allem solltest Du einfach so weiterspielen als wäre die Hand nie gewesen. Die Kosten für das „schlechte-Verhalten-nach-dem-Bad-Beat“ können von gering bis enorm sein.

Achte auf diese 4 Fehler, welche Spieler aufgrund Bad Beats begehen:

  • Gegenspieler beschimpfen
  • Die nächsten Hände schlecht spielen
  • Zukünftig in ähnlichen Situationen anders spielen
  • Tilten

Fehler #1 – Gegenspieler beschimpfen

Leider ist es so; viele Spieler lieben es nach einem Bad Beat ihren Gegenspieler zu beschimpfen, besonders wenn er schlecht gespielt hat. Das ist eine schreckliche Idee und wird negativen Einfluss auf Deine Win-Rate haben. Du willst, dass Deine Gegenspieler schwach sind. Denke einmal darüber nach: Wieso wütend werden, wenn sie schlecht spielen? Möchtest Du, dass sie besser gegen Dich spielen? Es ist überhaupt nicht +EV Deinen Gegenspielern zu lernen wie man besser spielt oder noch schlimmer, sie wegzuscheuen. Zusätzlich gibst Du anderen Spielern am Tisch Informationen über Deine Spiel- und Denkweise. Gute Spieler können diese Infos gut verwerten und passen ihr Spiel gegen Dich an.

Fehler #2 – Die nächsten Hände schlecht spielen

Es wird schwierig sein Dich auf die nächsten Hände zu konzentrieren, wenn Du immer noch wegen Deiner vorherigen Hand verärgert bist. Bist Du nicht 100% konzentriert, gehst Du das Risiko ein, die nächste gute Chance nicht ausnutzen zu können, weil Du schlechter spielst oder fällst in ein noch tieferes Loch.

Fehler #3 – Zukünftig in ähnlichen Situationen anders spielen

Spieler scheuen sich von Natur aus vor Situationen, in denen sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dies könnte eine gute Entscheidung im realen Leben sein, aber beim Poker ziemlich schlecht. Wenn Du z.B. dreimal hintereinander mit KK in AA hineinlaufst, und von diesem Zeitpunkt an diese Hand nicht mehr spielst, ist etwas mit Deinem Pokermind falsch.

Fehler #4 – Tilten

Manchmal kann ein Bad Beat ein Auslöser für Tilt sein. Ein Spieler auf Tilt spielt immer schlechter als gewöhnlich, auch wenn er das ein oder andere Mal gewinnt; Varianz. Der Effekt von Tilt könnte sich so katastrophal auswirken sein, dass es sich lohnt herauszufinden, wie es von einem simplen Bad Beat zu Tilt kommen kann.

Fazit:

Der beste Weg diese Fehler zu vermeiden, ist das Spiel so heranzugehen, dass die Resultate der individuellen Hände mental und emotional nicht beeinflusst. Denke daran, der beste Weg Poker zu spielen ist, in jeder Situation den Spielzug zu machen, der Dir langfristig am meisten Geld bringt. Auf den nächsten Seiten, siehst Du wie Du auf einen Bad Beat reagieren solltest und wie Du an ein Pokermind kommst, das Dir immer die korrekte Antwort auf Bad Beats gibt.
 
Dieser Artikel wurde von Stephan Tchen verfasst.
 

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