Die positiven Aspekte von Bad Beats

Trotz aller Schattenseiten von Bad Beats, sollte man Positives an Bad Beats sehen. Bad Beats sollte es auch weiterhin geben. Hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber aus Sicht eines Pokerprofis ist das sehr logisch. Warum sollte es Bad Beats geben? Das ist eine Überlegung wert. Stell Dir vor, jede Hand wird nach Pot Equity gechoppt. Das Resultat wäre ausgezeichnet für gute Spieler. Schlechte Spieler würden nur noch verlieren. Eine Katastrophe.

Moment… schlechte Spieler sollten doch immer verlieren, oder nicht? Ja und Nein.

Wenn Du gegen schlechte Spieler spielst, willst Du dass alles zu Deinen Gunsten ausgeht. Am liebsten überhaupt keine Bad Beats gegen Dich. Ohne Bad Beats gewinnst Du zwar immer die grossen Potts gegen den Fish, aber es hat auch eine negative Seite. Wenn der Fish immer verliert, verleidet ihm das Spiel. Er denkt, dass Poker für ihn hoffnungslos ist (was eigentlich auch stimmt). Ein Fish ohne Hoffnung wird nicht mehr weiter Poker spielen. Wenn diese schlechten Spieler aufhören, wird das Fish-to-Shark Ratio kleiner. Schlecht für Deine Win-Rate. Natürlich ist der Fish ein hoffnungsloser Fall (aus Deiner Sicht), aber er selbst denkt positiv. Der Grund dafür sind Bad Beats – die Poker Varianz. Aufgrund der kurzfristigen Swings kann auch der Fish Erfolge erzielen. Er bekommt das Gefühl, einen guten Spieler zu sein und spielt weiter. Gut für Dich. Bad Beats for the Win!

Diese 4 Aspekte sprechen für Bad Beats:

  • Bad Beats ermutigen schlechte Spieler Fehler zu machen
  • Fehler von schlechten Spielern erhöhen Deine Win-Rate
  • Dank Bad Beats spielt der Fish weiter
  • Gute Spieler stecken mehr Bad Beats ein als sie geben

 

Aspekt #1 – Bad Beats ermutigen schlechte Spieler Fehler zu machen

Viele Spieler regen sich auf, wenn sie einen bösen Bad Beat einstecken müssen. Oft beklagen sie sich: „Omg! Diese Donkeys werden durch ihr schlechtes Spiel sogar noch belohnt!“ Das stimmt, aber meistens werden sie eben nicht belohnt, da die Chance einen Bad Beat zu verteilen immer gering ist. Der Grund für dieses Verhalten ist, weil man sich an ungewöhnliche Dinge wie Bad Beats einfacher erinnert als an etwas Stinknormales. Zurück zu Bad Beats. Bad Beats belohnen (manchmal) schlechtes Spiel. Das ist doch gut! (Artikel:Erklärungen, Fehler und Ratschläge zu Bad Beats)

Dein erster Gedanke mag sein: „Wozu sollte das gut sein? So verliere ich doch nur!“ Ok, hier ist das Argument. Pokerspieler lieben es, wenn sie gewinnen. Besonders schlechte Spieler konzentrieren sich grundsätzlich nur auf ihre Gewinne – sie sind result-oriented. Sobald sie eine Entscheidung treffen, wo das Resultat gut ist, sind sie zufrieden. Und das selbst, wenn es eine GROTTENSCHLECHTE Entscheidung gewesen ist! Das positive Ergebnis (Bad Beat rewards Bad Play) führt dazu, dass sie diese Entscheidung in Zukunft weiterhin machen werden. Das ist gut für Dich. Du willst, dass die Fishes ihre Hände weiterhin schlecht gegen Dich spielen. Durch deren schlechten Entscheidungen gewinnst Du langfristig Geld. Diese Spieler erinnern sich immer an DEN Moment, wo sie runner-runner Straight treffen. Komischerweise vergessen sie aber all ihre verpassten Sucker-Draws. Freu Dich darüber, dass es überhaupt noch so schlechte Spieler gibt.

 

Aspekt #2 – Fehler von schlechten Spielern erhöhen Deine Win-Rate

Bad Beats können hart sein. Warum gibt es aber Bad Beats? Meistens weil jemand einen schlechten Call macht und trifft. Dadurch werden wir belehrt, dass einige Spieler schlechter spielen als andere. Logisch? Dann braucht man sich nach einem Bad Beat ja nicht mehr aufzuregen! Denn.. das ist der einzige Grund warum Pokerspieler Geld gewinnen können. Schlechte Calls von Deinen Gegnern bringen Dir langfristig Geld. Auch wenn sie Dich gelegentlich aussucken. Denke nicht result-oriented, konzentriere Dich darauf die richtigen Entscheidungen zu treffen. Präge Dir bitte diesen Satz ein: „Wenn Du weniger Fehler als Deine Gegenspieler machst, gewinnst Du effektiv Geld, unabhängig davon wie die Karten fallen.“

Beispiel: Du spielst einen Pot gegen den Fish. Du befindest Dich mit einer made Hand auf dem Turn, der Fish hat einen Gutshot und somit 8% Pot-Equity. Der Pot ist 50 BB’s, Du bettest 30 BB’s, Fish callt und trifft. Na toll! denkst Du. Aber eigentlich ist das ja gut. Der schlechte Call vom Fish macht Dir EFFEKTIV mehr Geld.

Hier die Berechnung:
Fish foldet -> Du gewinnst 50 BB’s
Fish callt -> ???

win(50 BB’s + 30 BB’s)*92% – lose(30 BB’s)*8% = 73,6 BB’s – 2,4 BB’s = 71,2 BB’s

Im Falle eines Calls ist Deine durchschnittliche EV 71,2 BB’s (bei einem Fold nur 50 BB’s). Also willst Du einen Call? Wenn es Deine Win-Rate um durchschnittlich 21,2 BB’s erhöht, kannst Du wohl nicht Nein sagen. Und wenn Du einmal ausgesuckt wirst, dann denke an diesen Satz: „Wenn ich weniger Fehler als meine Gegenspieler mache, gewinne ich effektiv Geld, unabhängig davon wie die Karten fallen.“ Die Poker-Realitäten zu verstehen, vereinfachen es die korrekte Einstellung zum Pokern zu haben.

 

Aspekt #3 – Dank Bad Beats spielt der Fish weiter

Ohne Bad Beats gäbe es keine Fishes mehr. Wie am Anfang des Artikels erwähnt, wird ein immer verlierender Fish Interesse an Poker verlieren und aufhören zu spielen. Bad Beats sind dazu da, dass sie weiter spielen. Die Realität, dass jeder Pokerspieler zu jener Zeit einen grossen Coup landen kann, lockt all die Big Losing-Players an die Pokertische zurück.

Hier einige Gründe, warum schlechte Spieler nicht realisieren bzw. zugeben wollen, dass sie schlecht sind:

  • Schlechte Spieler erinnern sich nur an ihren getroffenen runner-runner Draw
  • Schlechte Spieler interessieren sich nur für den Ausgang der Hand
  • Schlechte Spieler sind result-oriented
  • Schlechte Spieler wissen nicht, dass man nur durch korrekte Entscheidungen Geld gewinnt
  • Schlechte Spieler sind sehr abergläubisch

Bei einem Suck-Out wie beim oberen Beispiel solltest Du nicht das Resultat in den Vordergrund ziehen. In Wirklichkeit hast Du durch seinen schlechten Turn-Call 21,2 BB’s dazu gewonnen. Selbst wenn Du diese Hand jetzt verloren hast, solltest Du es von einer anderen Perspektive sehen. Nämlich, dass Du langfristig von seinen Fehlern Geld verdienst. Wenn Du 1000 dieser Hände gegen den Fish spielst, wird sich die Varianz ausgleichen. Das schlimmste, das Du machen kannst, ist den Fish für seinen schlechten Call auszuspotten oder ihn über seinen Fehler zu informieren, so dass er aufhört so schlecht zu spielen. Nehme diesen Satz zu Herzen. „Bad Beats sind der beste Freund eines guten Pokerspielers.“ Sei dankbar für Bad Beats, denn es lockt die schlechten Spieler zurück an die Pokertische. Ausserdem werden sie beim nächsten Mal den genau gleichen Fehler machen, weil sie sich gut an ihren getroffenen Sucker-Draw erinnern können.

 

Aspekt #4 – Gute Spieler stecken mehr Bad Beats ein als sie geben

Hast Du das Gefühl mehr Bad Beats einstecken zu müssen als die Mehrheit der Gegenspieler? Wenn das in der Praxis wahr ist, dann bist Du ein guter Pokerspieler. Gute Spieler stecken mehr Bad Beats ein als sie selbst verteilen. Die Tatsache oft Bad Beats einstecken zu müssen, ist ein Zeichen, dass man gut spielt. Wenn Du gegen viele schlechte Pokerspieler spielst, wirst Du viel mehr ausgesuckt als Du selbst aussuckst, weil Du generell als Favorit involviert bist. Oder vielleicht genauer gesagt, weil Du nur Spielzüge mit positivem Erwartungswert durchführst. Falls aber Du derjenige bist, der öfters einen Bad Beat verteilt, dann müsstest Du evtl. an Deinem Spiel zweifeln.

Im Grossen und Ganzen sollten gute Pokerspieler Bad Beats lieben, denn sie sind der Grund, warum schlechte Spieler weiterhin Poker spielen. Bad Beats sind der beste Freund eines guten Pokerspielers. Vergiss nicht, dass Bad Beats meistens entstehen, weil jemand schlecht gespielt hat. Das schlechte Spiel der Gegenspieler ist der ATM (besser bekannt als Bankomat oder Geldautomat) eines guten Pokerspielers. Deshalb solltest Du lernen mit Bad Beats umzugehen, mehr dazu erfährst Du im Artikel zum Umgang mit Bad Beat Reaktionen.
 
Dieser Artikel wurde von Stephan Tchen verfasst.
 

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