Langfristiges Denken beim Pokern

Wenn Du mit Poker Geld machen willst, musst Du langfristiges Poker spielen und die kurzfristigen Risiken akzeptieren. Ausserdem reicht es nicht, nur die technischen Poker-Skills zu beherrschen. Die Poker-Psychologie ist ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.
 

Was ist mit langfristigem Denken gemeint?

Es gibt immer einen korrekten Weg eine Hand zu spielen. Und zwar den, der im Durchschnitt den höchsten Erwartungswert (EV) hat. Dein Ziel sollte es sein, genau so zu denken und Dein Spiel dementsprechend anpassen. Auch mental langfristiges Poker spielen steht in der Poker-Psychologie ganz oben. Denn wenn Du Dich auf die kurzfristigen Resultate konzentrierst, fängst Du plötzlich an Spielzüge mit negativem Erwartungswert durchzuführen. So lässt Du langfristig eine Menge Geld liegen und wirst schnell von einem Winning-Player zu einem Losing-Player.

Wenn Du langfristiges Poker spielst, interessierst Du Dich nicht mehr für kurzfristige Glücks- oder Pechsträhnen. Resultate einer Session sollte Dich mental nicht beeinflussen. Du spielst einfach Dein A-Game und analysierst Deine gespielten Hände damit Du fortlaufend Dein Spiel verbessern kannst. Wenn Du so vorgehst, bist du auf dem richtigem Weg Winning-Poker zu spielen. Dies setzt wiederum voraus, dass Du die Poker-Realitäten verstehst und akzeptierst.

 

Was passiert, wenn ich kurzfristiges Poker spiele?

Ein Spieler, der sich zu sehr auf die kurzfristigen Ergebnisse konzentriert, wird nach einer Winning Session zu sehr verzückt und von seinem Gewinn begeistert sein. Während er nach einer Losing Session depressiv ist und möglicherweise auf Tilt weiterspielt. Hier sind folgende Punkte, welche ein kurzfristig denkender Spieler dazu neigt zu tun:

  • Spielen bis man Break-Even ist
  • Seinen Gewinn schützen
  • Seine Spielweise extrem verändern
  • Wütend auf schlechte Spieler sein
  • Tilten

Dies sind einige Punkte, welche solch ein Spieler macht. Mehr zu diesen Punkten hier:

Spielen bis man Break-Even ist

Spieler die sich auf kurzfristige Ergebnisse orientieren, versuchen alles um eine Losing-Session zu vermeiden. Wenn sie zurück liegen, neigen sie dazu so lange zu spielen bis sie mindestens wieder Break-Even sind. Diese Einstellung kann katastrophale Folgen haben.

Erstens, spielen sie weiter während sie müde oder gelangweilt sind. Und zweitens, ist ein Spieler mit diesem Verhalten sehr Tilt-anfällig, vor allem wenn sie im Laufe der Session immer wie weiter ins Rote gelangen. Ist der Spieler wirklich auf Tilt, dann wird es sehr gefährlich für die Bankroll. Ein Spieler auf Tilt wird immer schlechter spielen. Natürlich gewinnt man auch mal in der einen oder anderen Session sein Geld zurück, aber hiermit wäre wieder der Faktor Varianz im Spiel gewesen. Langfristig auf Tilt zu spielen zerstört Deine Bankroll!

Seinen Gewinn schützen

Das Gegenteil ist auch ein häufiges Problem. Kurzfristig-denkende Spieler lieben es Winning-Sessions zu verbuchen und tendieren dazu sie zu überbewerten. Ein oft gehörtes Cliché von gelegentlichen Pokerspielern lautet: „Aufhören, wenn Du vorne liegst.“ Das kann ein grosser Fehler sein. Wenn Du in einem sehr saftigen Spiel gefüllt mit schlechten Spieler bist, willst Du so lange gegen sie spielen wie möglich. Hier aufzuhören wäre ein Verlust Deines positiven Erwartungswertes.

Auf der anderen Seite kann solch ein Spieler noch etwas machen, das sogar noch schlimmer ist als aufhören. Nämlich so konservativ spielen um seinen Gewinn zu schützen. Das heisst, er lässt Equity (EV) liegen um die Varianz zu senken; er trifft seine Entscheidungen, welche ihm die geringste Chance gibt eine hohe Summe Geld zu verlieren. Stattdessen ist es dann wirklich besser aufzuhören, weil man eine grosse Edge verliert. Und wie sagt man: „Never play without an edge.“

Seine Spielweise extrem verändern

Bist Du ein langfristiger Spieler, musst Du akzeptieren, dass Du auch kurzfristig verlieren kannst ohne etwas falsch gemacht zu haben. Konzentrierst Du Dich zu sehr auf die kurzfristigen Resultate, wirst Du jedes Mal nach einer Losing-Session Deine Spielweise verändern, obwohl Du vielleicht perfekt gespielt hast. Es ist gut Dein Spiel zu analysieren und Fehler entsprechend zu fixen, aber schlecht Dein Spiel basierend auf die kurzfristigen Resultate zu verändern. Sei Dir bewusst, dass das ein typischer Fehler ist, den Durchschnitts-Spieler machen. Wenn sie eine sehr lange Pechsträhne haben, werden sie an ihrem Spiel immer ein bisschen herumbasteln bis sie wieder einen Gewinn erzielt haben. Sie verstehen einfach nicht, – oder können nicht akzeptieren – dass ihre Verluste aufgrund des kurzfristigen Glücks ist.

Beispiel:

Ein Spieler steigt ein Limit auf und spielt konstant „sein Spiel“. Nach 10’000 Hände hat er eine sehr schlechte Bilanz mit AA und KK. Zum grössten Teil waren es einfach kalte Decks (Overpair vs Set oder Set over Set etc.). Nur weil er nach 10’000 Hände viel verloren hat heisst das nicht, dass er schlecht gespielt hat. Der Spieler aber zweifelt daran, dass er wirklich eine Pechsträhne hatte und glaubt er hätte schlecht gespielt. Nun ändert er seine Strategie und spielt AA und KK anders als zuvor und fängt sogar an zu glauben, dass diese Hände unprofitabel sind. Man hört von einigen Spielern immer wieder: „Ich hasse Pocket Aces, ich verliere immer mit dieser Hand!“ Genau diese Spieler verstehen nicht, dass Poker ein Spiel von hoher Varianz ist. Und der Vollständigkeit halber, 10’000 Hände ist noch sehr weit entfernt von langfristig. Es gibt viele reguläre Spieler, die pro Session mehr Hände spielen. Hätte der oben genannte Spieler seine AA und KK anders gespielt, wären seine langfristigen Resultate sicherlich noch negativer gewesen.

Wütend auf schlechte Spieler sein

Ein Spieler der sich Sorgen um seine Kurzfristigen Resultate macht, wird sehr wütend sein, wenn er aufgrund schlechten Spiels von seinem Gegenspieler verliert. Er empfindet die Ergebnisse seiner individuellen Sessions sehr wichtig. Jedes Mal wenn er einen Pot verliert (besonders einen grossen), denkt er, er hätte gewonnen; es schmerzt in psychisch sehr. Dies könnte dazu führen, schlechte Gegenspieler mehr und mehr zu hassen und er wird sogar anfangen Hände zu spielen, welche er nicht sollte, wenn sein Feind im Pot ist. Zum anderen könnte er seinen Gegner beschimpfen, was eigentlich immer eine schlechte Idee ist, da der schlechte Spieler möglicherweise das Spiel verlässt oder zumindest besser spielen wird. Ein Spieler der nach einem verlorenen Pot wütend wird, riskiert auf Tilt weiter zu spielen oder sonst irgendwie seinen Erwartungswert am Tisch zu senken.

Tilten

Jemand der kurzfristige Ergebnisse für wichtiger empfindet als gut zu spielen, ist viel anfälliger für Tilt, weil er einfacher zu beeinträchtigen ist, wenn etwas schlecht läuft. Mehr Infos zu Tilt folgt in der Rubrik „Tilt“.

Deine Aktion

Überlege Dir, welche Fehler und inwiefern ein kurzfristig denkender Spieler macht. Welche Fehler davon hast Du selbst gemacht? Siehst Du ein, warum diese Fehler nicht gut für Dein Spiel sind? Gewöhne Dich daran diese Fehler nicht mehr zu machen. Dies zu beherrschen ist ein grundlegendes Element der Poker-Psychologie!

 

Fazit zum Thema langfristiges Denken beim Pokern

Langfristige Entscheidung treffen ist der einzige Weg erfolgreich Poker zu spielen. Spieler, die auf kurzfristige Resultate fixiert sind, spielen zum Teil deutlich schlechter als sie eigentlich können.
 
Dieser Artikel wurde von Stephan Tchen verfasst.
 

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