Bankroll Management: Shotten auf höheren Limits

Dies ist ein weiterführender Strategie-Artikel zum Thema Bankroll-Management für Pokerturniere wie Sit and Go’s, Double or Nothing‘s und Multi Table Tournaments. Eine umfassende Einführung ins Bankroll-Management findest Du in dem Artikel Bankroll Management für SNG, DON und MTT.

 



Bankroll Management: Definition Limits shotten

Die meisten Pokerspieler kennen das Konzept des Bankroll Managements (BRM). Die Varianz beim Pokern ist gross, selbst Winning Players können Phasen mit Downswings von 20, 30 oder mehr Buy-Ins erleben. Um zu verhindern, dass man „wenn es längere Zeit schlecht läuft“, bankrott geht, gibt es das Bankroll Management. Dieses gibt vor, welches Limit man spielen darf, wenn man eine bestimmte Bankroll hat. Wenn man z.B. ein aggressives BRM von 50 Buy-Ins für Sit and Go’s nutzt, dann kann man mit 600$ die 11$ SnG’s spielen (weil 50 x 11$ = 550$ weniger als 600$ ist).

Bestimmt hast Du auch schon den Pokerbegriff „shotten“ oder „Limits shotten“ gehört. Damit ist gemeint, ab und zu ein Turnier auf einem höheren Limit zu spielen, als dies das Bankroll Management eigentlich erlauben würde. Im obigen Beispiel mit 600$ Pokergeld wäre das Spielen eines 50$-Turniers ein (riskanter) „Shot“. Wir erklären Dir hier die Vor- und Nachteile vom Shotten und geben Dir eine Empfehlung, unter welchen Bedingungen gelegentliche Shots möglich sind.

 

Bankroll Management: Vorteile/Nachteile Limits shotten

Limits shotten bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Hoher Gewinn möglich: Auf höheren Limits sind entsprechend höhere Gewinne möglich. Der einmalige Gewinn eines 50$-SnG (250$ Preisgeld) kann die Bankroll massiv vergrössern
  • Schnellerer Aufstieg möglich: Wenn es beim Shotten sehr gut gelaufen ist, dann hat man rascher die notwendige Bankroll, um permanent ein Limit aufzusteigen
  • Motivation: Das Spielen auf einem höheren Limit erhöht die Motivation zu spielen und die Aufmerksamkeit, die man dem Tisch zukommen lässt.

Das Shotten hat aber auch bedeutende Nachteile:

  • Hoher Verlust möglich: Versucht man sich zu oft mit Shots und kommt dabei nicht ins Geld, dann ist das Poker-Guthaben rasch aufgebraucht
  • Schnellerer Abstieg möglich: Wenige Shots reichen aus, um die Bankroll zu halbieren, was bedeuten kann, dass man ein Limit absteigen muss. Dies ist frustrierend: Es kann sein, dass es Monate dauerte, bis man endlich die Bankroll für das aktuelle Limit erarbeitet hatte. Mit ein paar zu riskanten Shots kann diese schnell halbiert werden

 

Bankroll Management: Vier Bedingungen zum Limits shotten

Limits zu Shotten ist nur etwas für risikofreudige Pokerspieler. Etwas für Zocker und nichts für seriöse Pokerspieler, die sich langsam aber beständig hocharbeiten wollen.

Zum Shotten müssen insbesondere folgende vier Bedingungen erfüllt sein:

Der Verlust eines Shots ist verschmerzbar

Wenn man bei einem Double or Nothing shottet, dann hat man eine rund 50prozentige Wahrscheinlichkeit, dass man nicht ins Geld kommt und seinen Einsatz verliert. Bei Sit and Go’s an einem vollen Tisch (Full Ring) sind es ca. 70%, und bei einem Multi Table Tournament sind es sogar rund 90%. Man muss sich bewusst sein, dass das Buy-In des Shots also mit grosser Wahrscheinlichkeit verloren ist. Wenn der Verlust dieses Geldes schwer auf dem Magen liegen würde, dann sollte man das Shotten unbedingt unterlassen.

Nicht anders spielen auf dem höheren Limit

„Scared Money“ ist hier das Stichwort, die Angst um sein Geld. Wenn man ein höheres Limit spielt, dann besteht die Gefahr, dass man vorsichtiger spielt. Statt an der Bubble korrekte ICM-Entscheidungen zu treffen, versuchen viele Spieler auf Scared Money, sich ins Geld zu folden. Das führt dazu, dass sie profitable (+EV) Situationen wie Pushes vom Small Blind in den Big Blind aus Angst auslassen. Dies mag kurzfristig die Chance erhöhen, ins Geld zu kommen. Aber in Turnieren ängstlich zu spielen ist eine schlechte Strategie.

Das aktuelle Limit schlagen

Shots sollte man nur versuchen, wenn man sicher ist, dass man das aktuelle Limit schlägt. Je höher das Limit, desto anspruchsvoller sind die SnG’s, DoN’s oder MTT’s. Es ist zwar möglich, seine Bankroll als schlechter Spieler mit einem „Lucky Punch“ auf einem höheren Limit massiv zu vergrössern, aber sehr unwahrscheinlich. Somit kommen Shots nur für Spieler in Frage, die auf ihrem Limit nachweislich Winning Players sind. Um nachweislich ein erfolgreicher Spieler zu sein, muss man schon mindestens 500, besser 1000 Sit and Go’s mit mit einem ROI von über 5% auf dem gegenwärtigen Limit gespielt haben. Und bei so vielen Turnieren hat man sich meist schon die Bankroll für das nächsthöhere Limit selbst erarbeitet. Somit sind Shots vor allem etwas für Halb-Profis, deren Bankroll wegen einem Cash-Out (und nicht wegen schlechtem Spiel) noch nicht/nicht mehr fürs nächsthöhere Buy-In ausreicht.

Sich ans Bankroll Management halten können

Wenn Du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, dann bist Du sicher ein Spieler, der sich ans Bankroll Management hält. Leider haben viele Pokerspieler noch nichts davon gehört und wenn ja, dann halten sie sich nicht daran. Es ist essentiell, dass man nur shottet, wenn man sich strikt und diszipliniert ans BRM halten kann. Denn das Risiko von Shots ist, dass man häufiger auf tiefere Buy-Ins absteigen muss. Einen hohen Gewinn mit einem Shot erzielen zu wollen bedingt, dass man dann auch konsequent ist, wenn es schlecht gelaufen ist und absteigt.

 

Bankroll Management: Empfehlung zum Limits shotten

Wir empfehlen für durchschnittliche Turnierspieler ein Bankroll Management von 75 Buy-Ins für SnG, 40 für DON und 150 für MTT. Beim Shotten von Limits geht man wegen der Aussicht auf einen höheren Gewinn bewusst ein höheres Risiko ein. Shots sollten die Ausnahme bleiben und höchstens alle 10 bis 20 Turniere durchgeführt werden.

Es gibt keine Regel, bis zu welchem Betrag man einen Shot riskieren darf. Sinnvoll ist es, das Buy-In für den Shot ins Verhältnis zur Bankroll zu setzen. Bei einem 50 Buy-In BRM kostet jedes Turnier 2% der Bankroll (1/50 = 2%). Ein Shot mit 50% seiner Bankroll durchzuführen, also mit 1000$ gleich mal ein 500$ MTT zu spielen, ist auf keinen Fall zu empfehlen.

Empfehlung: Spieler, die obige vier Bedingungen erfüllen, können gelegentliche Shots mit 5% bis maximal 10% ihrer Bankroll wagen.

 

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